Lärm — was zwischen den Verstärkern steht.
Lärm ist ein deutschsprachiges Magazin für Punk, Indie und deutsche Underground-Musik im DACH-Raum. Wir schreiben für Sammler:innen mit Vinyl-Schwerpunkt (geschätzte 1,2 Mio. aktive in DE mit etwa 25 Mio. EUR Vinyl-Markt-Umsatz 2024 nach GfK- Zahlen), für Punk-/Hardcore-Konzert-Besucher:innen, für Indie-Band-Mitglieder und -Förderer, für DIY-Musik-Aktive, für Independent-Label-Mitarbeitende, für Musik-Studierende mit Pop- Schwerpunkt an der Pop-Akademie Mannheim, der MHH Hannover und der UdK Berlin, für Musik- Journalist:innen mit Indie-Bezug, für Radiosender-Mitarbeitende bei FluxFM, Radio Eins und Bremen-Vier und für Festival-Aktive. Acht Ressorts, eine konsequente Haltung: Punk und Indie sind präzise handwerkliche Musik-Disziplin mit eigener Label-Architektur und gewachsener Festival-Tradition — keine Authentizitäts-Polemik-Bühne und keine Boomer-Pop-Verklärungs- Plattform.
Acht Ressorts — Punk, Indie, Hardcore, Label, Konzert, Sampler, Recht, Geschichte — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jede Ausgabe füllt alle acht Felder. Manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzelne Hamburger-Schule-Reform, manchmal hängt ein ganzer Band an einer GEMA-Royalty-Diskussion. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe markiert den Eröffnungsband, mit Schwerpunkt auf einer Frühjahrs-Festival-Saison-Bilanz und einem Stand der Vinyl-Markt-Welle als programmatischem Auftakt.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen DACH-Indie-Tradition und internationaler Punk-Welle. Auf der DACH-Indie-Seite trägt die Hamburger Schule-Welle (1989– 2002) mit Tocotronic (gegründet 1993), Blumfeld (gegründet 1990 von Jochen Distelmeyer), Die Sterne (gegründet 1991 von Frank Spilker) und L’Age d’Or als prägendes Label (1986–2007 von Carol von Rautenkranz) den klassischen Kanon. Nachfolge-Welle mit Grand Hotel van Cleef (Hamburg seit 2002 von Reimer Bustorff, Frank Tirado-Rosales und Thees Uhlmann mit etwa 250 Veröffentlichungen bis Ende 2024), Tomte, Kettcar, ClickClickDecker, Madsen. Auf der DACH- Punk-Seite setzen Slime (Hamburg seit 1979), EA80 (Mönchengladbach seit 1979), Die Toten Hosen (Düsseldorf seit 1982) und Die Ärzte (Berlin seit 1982) die historischen Eckpfeiler. Auf der internationalen Hardcore-Seite tragen Minor Threat (Washington DC 1980–1983 von Ian MacKaye), Fugazi (Washington DC 1986–2003) und Black Flag (Long Beach 1976–1986) die Klassik-Linie. Auf der Vinyl-Seite halten GZ Media in Loděnice (CZ seit 1951), Pallas in Diepholz (DE seit 1949) und Optimal Media in Röbel/Müritz (DE seit 1990) die europäische Pressung-Industrie. Auf der Recht-Seite verwaltet die GEMA (seit 1903) mit etwa 80.000 Mitgliedern die Verwertungs-Rechte, Streaming-Royalties variieren zwischen 0,002 USD/Stream (YouTube Music) und 0,01 USD/Stream (Apple Music, Tidal). Wir behandeln Punk und Indie als das, was sie sind: präzise handwerkliche Musik-Disziplin mit eigener Tradition.
Geschrieben ist Lärm für Vinyl-Sammler:innen, die ihre Sammlung mit belastbarer Hintergrund-Recherche pflegen wollen; für Indie-Band-Mitglieder, die zwischen Trikont-DIY-Linie und Major-Distribution abwägen; für Konzert- Besucher:innen, deren Festival-Saison zwischen Hurricane und Reeperbahn balanciert; für Independent-Label-Mitarbeitende, die ihre Veröffentlichungs-Strategie mit der GEMA-Praxis abgleichen; und für Musik-Journalist:innen, die belastbare Hintergrund-Recherche zur DACH-Indie-Geschichte suchen.
Gastbeiträge
Lärm nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text aus der Musik-Praxis geschrieben hat — Band- Porträt, Label-Bilanz, Festival-Bericht, Sampler-Tradition-Reflexion, GEMA-Auseinandersetzung, Hamburger-Schule-Studie, Hardcore-Tradition-Anmerkung, Vinyl-Pressung-Studie — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche. Kürze ist kein Nachteil, eine konkrete Label-Katalog-Nummer mit Veröffentlichungs-Datum sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer mit konkretem GEMA- Werks-Code statt mit „GEMA-pflichtig" arbeitet, hat schon gewonnen.
Eine gute Musik-Reflexion ist die, in der am Ende klar ist, welches Album mit welchem Label auf welche Pressung-Auflage traf und welche Tour-Strategie das Marketing trug. Wir nehmen die Disziplin ernst.